Therapie

Für Betroffene ist die (kontinuierliche) psychotherapeutische Behandlung ein wesentlicher Bestandteil. Medikamentöse Unterstützung kann bei Bedarf erfolgen. Es können verschiedene Therapieformen ausgewählt oder kombiniert werden. Ganz egal welche gewählt wird, wichtig ist der Wille zur Veränderung. 

Spezifische Therapieformen

1) DBT
Die Dialektisch-Behaviourale Therapie, kurz DBT, wurde von der amerikanischen Psychologin Marsha M. Linehan erstmals im Rahmen einer Therapie für Menschen mit starken Suizidgedanken entwickelt. Schnell wurde erkannt, dass diese Form der Therapie auch Betroffenen einer Borderline Störung hilft.
Inhalte der DBT sind beispielsweise Einzel- und Gruppengespräche, Skilltraining, Kennenlernen der inneren Achtsamkeit, Umgang mit Gefühlen und Stresstoleranz.
Die Dauer der Behandlung beläuft sich im stationären Rahmen etwa auf 9 – 12 Wochen. Es werden meist Intervallbehandlungen vorgenommen, da die Module der DBT nicht in dieser kurzen Trainingszeit erlernt und im privaten Raum angewandt werden können.

Wo?: Die DBT wird von Kliniken in erster Linie stationär angeboten, es gibt aber auch die Möglichkeit, diese teilstationär oder ambulant zu machen.
Kosten?: Gesetzliche Krankenversicherung
Weitere Informationen: Dachverband DBT

2) Stepps
Stepps (= Systematic Training for Emotional Predictabillity & Problem Solving) ist eine  junge Therapie-konzeptentwicklung in Anlehnung an die DBT. Hierbei geht es nicht darum, Krisen und selbstverletzendes Verhalten nach Möglichkeit zu „unterdrücken“, sondern damit zu arbeiten. Emotionale Stabilität wird trainiert, Problemlösungen individuell ermittelt. Das Helferteam (bestehend aus Freunden/Familie/Fachpersonal/…) gibt Stepps eine eigene Basis. Die Dauer der Stepps-Gruppen beläuft sich auf durchschnittlich 20 Wochen.

Wo?: Sozialpsychiatrische Zentren, Ergotherapiepraxen (ambulante Gruppentherapie mit max. 12 Teilnehmern)
Kosten?: Keine. Die Therapie wird über eine Heilmittelverordnung des Hausarztes oder Psychiaters abgerechnet.
Weitere Informationen: Dachverband Stepps

3) Stairways
Stairways ist das Folgeprogramm von Stepps und verfolgt das Ziel, die Module aus der Stepps Therapie zu vertiefen und noch individueller anzuwenden.

Wo?: Sozialpsychiatrische Zentren, Ergotherapiepraxen (ambulante Gruppentherapie mit max. 12 Teilnehmern)
Kosten?: Keine. Auch diese Therapie wird über eine Heilmittelverordnung des Hausarztes oder Psychiaters abgerechnet.
Weitere Informationen: Dachverband Stepps / Stairways


Es gibt noch viele weitere Therapieformen wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Verhaltenstherapie, Schematherapie oder EMDR (Traumatherapie), die in Einzel- oder auch Gruppentherapie bei der gesetzlichen Krankenversicherung beantragt werden können. 

Worauf muss ich achten, wenn ich einen Therapieplatz suche?
Wenn Du gesetzlich krankenversichert bist, so ist unbedingt darauf zu achten, dass Du eine/n kassenzugelassene/n Psychotherapeuten/in auswählst. Am Besten fragst Du vor Beginn nach, ob es Probleme bei der Bewilligung der Therapie durch die jeweilige Krankenkasse gegeben hat. Möglich wäre aber auch eine Abrechnung über das Kostenerstattungsverfahren.

Sofern Du vorher schon mal in Therapie gewesen bist (stationäre und teilstationäre Aufenthalte zählen nicht), dann muss diese 2 Jahre her sein. Das gilt aber nur, wenn Du Dich erneute für die selbe Therapieform entscheidest (z.B. Verhaltenstherapie). Diese muss dann vor einer neuen Antragstellung 2 Jahre her sein. Während dieser Zeit hast Du aber die Möglichkeit, eine andere Form zu wählen, z.B. Schematherapie.
Nach Ablauf der 2 Jahre hast Du wieder Anspruch auf die Kostenübernahme für einen neuen Therapiebeginn für die Verhaltenstherapie bzw. die zuletzt gewählte.

Je nach Diagnosen wird eine Kurzzeittherapie (ca.25 Stunden) oder Langzeittherapie (ca.80 Stunden) beantragt und in der Regel auch -unter Berücksichtigung der oben erwähnten Bedingungen- bewilligt. Die „offizielle“ Wartezeit auf einen Therapieplatz beläuft sich laut Krankenkassen und Psychotherapeutenkammer auf 9 Wochen.

Akuttherapie
In akuten Fällen kann nach der neuen Reform für die psychotherapeutische Versorgung eine Akuttherapie in Anspruch genommen werden. Ziel ist eine schnelle Intervention bei akuten Krisen außerhalb einer stationären Versorgung. Jeder Arzt und Psychotherapeut, der eine Genehmigung zur Abrechnung von Richtlinien-psychotherapie hat, muss seit April 2017 Sprechstunden anbieten. Dies gilt ebenso für Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie, Ausbildungsinstitute und in bestimmten Fällen auch für ermächtigte Ärzte.
Therapeuten haben pro Woche mindestens 100 Minuten für Sprechstunden zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen findest Du hier: Psychotherapie Reform KBV

Was Du tun kannst, um die Wartezeiten zu überbrücken oder um Psychotherapeuten zu suchen:

 

www.kvno.de
www.psychotherapeuten-liste.de
www.psychotherapiesuche.de
www.therapiesuche.de

Desweiteren besteht die Möglichkeit, sich von der Krankenkasse, bei der man versichert ist, jeweilige Psychotherapeuten-Listen zukommen zu lassen – dort sind auch die ungefähren Wartezeiten vermerkt. 

Wir bieten Dir eine längerfristige Beratung und Betreuung an.